Energiesparen

Sanieren mit Augenmaß

 

Energieberater bei Dachsanierung (Quelle: SWR)
Wer eine Renovierung plant, sollte sich zunächst von einem Energieberater einen Plan für das ganze Haus erstellen lassen. Es wird festgestellt, wo man im jeweiligen Fall am günstigsten investiert. Wählen Sie als Energieberater einen Fachmann, der selbst keine Sanierungsmaßnahmen verkauft. Dann kann man von einer unabhängigen Beratung ausgehen. Das gilt zum Beispiel für Experten, die über die Energieberatung der Verbraucherzentralen vermittelt werden. Die Kosten für eine erstmalige Vorort-Beratung betragen lediglich 45,- Euro wegen der Förderung aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Außerdem informieren die Berater über die Palette der Förderungsmöglichkeiten.

 

Förderung spart Kosten

Alle Häuser können bei Energiesparmaßnahmen gefördert werden. Es werden zinsgünstige Kredite aus verschiedenen Programmen angeboten. Förderung gibt es auf Bundes- und Landesebene sowie von einzelnen Gemeinden. Interessenten sollten sich bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung erkundigen. Einen vollständigen Überblick über die Förderungsmöglichkeiten bietet auch der BINE-Informationsdienst.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise fördert mit zinsvergünstigten Darlehen. Voraussetzung dafür ist, dass der Altbau energetisch umfassend saniert wird. Der Energieverbrauch muss fast auf Neubauniveau sinken. Nur dann gibt es den Kredit mit besonders niedrigen Zinsen. Zudem wird noch einen Zuschuss nach Abschluss der Arbeiten gezahlt.
Sogar die Baubegleitung durch einen Energieberater wird bezuschusst. Bei Kosten von 1.800,- Euro übernimmt in manchen Fällen fast die Hälfte die KfW.

 

Schritt für Schritt dämmen

Eine Sanierung muss der Bauherr nicht komplett auf einmal durchführen, sondern er kann Schritt für Schritt vorgehen. So ist die Dämmung der Kellerdecke eine relativ preisgünstige Maßnahme, die man auch als Heimwerker selbst machen kann. Auch die Dämmung des Daches ist vielerorts ohne großen Aufwand möglich und ohne die Außenhülle des Hauses anzutasten.
Die Isolierung der Außenwände erfordert dagegen Fachkenntnisse, vor allem beim Anschluss der Fenster. Werden die Fenster später ausgetauscht, beschädigt man wiederum die Dämmung. Deshalb ist es sinnvoll, die Außenwanddämmung mit dem Einbau moderner Fenster zu verbinden.
Die Kellerdeckendämmung ist am schnellsten durch Einsparungen wieder ausgeglichen. Dann folgt das Dach und anschließend die Außenwände. Am teuersten sind die Fenster, bei deren Erneuerung dauert es am längsten, bis die Kosten durch die Einsparungen hereingeholt sind.

 

Hohe Modernisierungskosten kontrollieren!

Ein Einfamilienhaus energieffizient zu sanieren, kostet laut Verband Privater Bauherren 70.000,- Euro und mehr. Bei diesen hohen Kosten stellt sich die Frage, ob sich die Investition lohnt und wie viel Energie damit eingespart werden kann.
Die Energieberatungsgesellschaft "co2online" hat für PLUSMINUS bei mehr als 20.000 bereits sanierten Häusern nachgerechnet.

 

Neue Heizung lohnt sich am meisten!


Die Erneuerung der Heizungsanlage kostet im Durchschnitt 4.500,- Euro. dadurch lassen sich rund 13 Prozent Energie einsparen. Wenn die Energiepreise jedes Jahr um etwa 5 Prozent steigen, rechnet sich die Investition nach 13 Jahren.
Die Fassadendämmung kostet durchschnittlich 17.000,- Euro. Bei 15 Prozent Energieeinsparung lohnt sich die Maßnahme damit erst nach 28 Jahren.
Noch weniger rechnen sich neue Fenster. Den hohen Kosten von 10.500,- Euro stehen niedrige Energieeinsparungen gegenüber, gerade 4 Prozent. Erst nach 41 Jahren haben Bauherrn die Ausgaben durch geringere Heizkosten wieder drin.

 

Richtigen Zeitpunkt wählen!

Energieberater raten deshalb, Außenwände bevorzugt dann zu dämmen, wenn gerade ohnehin eine notwendige Renovierung der Fassade ansteht. Außerdem sei der Komfortgewinn bei älteren Häusern zu berücksichtigen.